Sonntag, 18. September 2016

BÄDER, GÜSSE, WICKEL, WASCHUNGEN, DÄMPFE

Einführung:

Das älteste Heilmittel (das Wasser) der Menschheit steht uns heute fast überall und jederzeit rezeptfrei und je nach Anbieter kostengünstig zur Verfügung.
Wasser in der Hand des Laien ist freilich kein Allheilmittel, mit dem man sich allein heilen kann, doch tragen regelmäßige Waschungen, Güsse, Bäder wesentlich dazu bei, das man gesund bleibt, und an Tagen wo wir uns unwohl fühlen können sie unterstützend eingesetzt werden, um die Heilung zu beschleunigen.
Wichtig ist, wie bei allen naturheilkundlichen Mitteln, die Regelmäßigkeit der Anwendung.
Eine einmalige kalte Ganzwaschung beispielsweise mag zwar für den Augenblick den Kreislauf beleben, reicht aber nicht aus, um unseren Organismus nachhaltiger umzustimmen.
Bei Krankheiten und Störungen sind Wasseranwendungen, mit denne man gezielt eine Wirkung erreichen möchte, oft nicht nur täglich, sondern oft mehrmals am Tag durchzuführen, wobei man natürlich zwischen  Bäder, Güsse, Wickel, Waschungen und Dämpfe wechseln kann.
Ob für uns kalte oder heiße Anwendungen zweckmäßig sind, müssen wir für uns selbst entscheiden.


BÄDER
  

Man unterscheidet zwischen Voll- und Teilbädern, je nachdem, ob der ganze Körper oder nur ein Teil davon in das Wasser eintaucht.
Die Bäder können warm, kalt, heiß, wechselnd, ansteigend oder absteigend sein.

BEIM KALTEN BAD

Hat das Wasser eine Temperatur von etwa 15°Grad man sollte darauf achten, dass der Baderaum warm ist und die Temperatur nicht unter 20°Grad liegt.
Ein Kaltbad sollte nicht länger wie 5 bis15 Sekunden dauern.


WICHTIG: Vor-und Nacherwärmung des Körpers sind unbedingt erforderlich.

BEIM WARMEN BAD

Beträgt die Wassertemperatur 36° bis 37°Grad und die Badedauer 10 bis 20 Minuten.
Beim heißen Bad beträgt die Wassertemperatur 38° bis 45°Grad und die Badedauer ist ebenso lang wie beim warmen Bad.

FÜR EIN WECHSELBAD

Braucht man zwei Wannen, im warmen Wasser verweilt man etwa 5 Minuten, im kalten dagegen aber nur 8 bis10 Sekunden.
Man kann diese Anwendung mehrmals wiederholen, doch man sollte stets warm beginnen und kalt beendet werden.

BEI EINEM ANSTEIGENDEN BAD

Wird durch langsame Zugabe von Heißwasser die Wassertemperatur von 32° bis 35°Grad bis auf 42° bis 45°Grad gesteigert, die Badetemperatur beträgt 10 bis15 Minuten.
Ein selten angewendete Form ist

DAS ABSTEIGENDE BAD

Wobei man das Wasser von 37°Grad auf 25°Grad herunter kühlt.
Dieses Bad wird meist bei schweren Schlafstörungen und Psychosen eingesetzt.
Sollte eine dieser Störungen zutreffend sein ist es anzuraten mit dem Arzt seines Vertrauen Rücksprache über Länge und Ausdehnung zu halten.

WARMES SITZBAD

Die Wassertemperatur beträgt 32° bis 37°Grad meist werden dem Badewasser Zusätze beigefügt.
Beim warmen Sitzbad wird dem jenigen der in der Wanne sitzt eine am Hals eng verschlossene Decke gelegt, sodass die Wärme zurückgehalten wird.
Die Badedauer sollte 10 bis 20 Minuten betragen, wenn der Badende fröstelt sollte etwas warmes Wasser nachgegossen werden.
Beendet wird das warme Sitzbad mit einem lauwarmen oder kalten Guss.


WICHTIG: Nicht geeignet ist das warme Sitzbad während der Schwangerschaft, bei vorgeschrittener Arterienverkalkung, bei Schilddrüsenüberfunktion, bei schweren Herzfehlern und bei zu hohem oder zu niedrigem Blutdruck.






KALTES VOLLBAD

Wer nicht völlig gesund sein sollte, dem ist anzuraten ein kaltes Vollbad nur nach Absprache mit dem Arzt seines Vertrauen anzuwenden.
Kalte Bäder führt man am besten Vormittags durch.
Badezimmer und Körper müssen warm sein.
- In die gefüllte Wanne zuerst langsam mit den Füßen einsteigen, stehend mit einem Waschlappen oder  Leinentuch Brust, Rücken und Stirn mit kaltem Wasser abwaschen, langsam in die Knie gehen um sich in die Wanne zu setzen um in die Strecklage zu gelangen, bis das Wasser den Hals erreicht.
- Nach 5 bis10 Sekunden aus der Wanne steigen.
- Nicht abtrocknen, sondern sofort ins Bett gehen oder anziehen.

- BÄDER - ANWENDUNGSGEBIETE -

ABSTEIGENDES VOLLBAD

Wird angewendet bei:
 
- Erregungszustände
- Schilddrüsenüberfunktion
- Schlafstörungen

ANSTEIGENDES VOLLBAD

Wird angewendet bei:
 
- Stoffwechselstörungen

HEISSES VOLLBAD

Wird angewendet bei:
 
- Fettsucht
- Gicht
- Hautkrankheiten
- Rheumatischen Erkrankungen
- Stauungszuständen
- Stoffwechselstörungen

KALTES VOLLBAD

Wird angewendet bei:
 
- Erschöpfungszuständen
- Kreislaufschwäche
- Lähmungszustände
- Rückenmarksleiden
- Schilddrüsenüberfunktion
- Stoffwechselstörungen

WARMES VOLLBAD

Wird angewendet bei:
 
- Akuten inneren Erkrankungen
- Chronischen inneren Erkrankungen
- Erregungszuständen
- Verkrampfungen
- Verspannungen

WECHSELNDES VOLLBAD

Wird angewendet bei:
 
- Fettsucht
- Gicht
- Hautkrankheiten
- Rheumatischen Erkrankungen
- Stauungszuständen
- Stoffwechselstörungen

ANSTEIGENDES SITZBAD

Wird angewendet bei:
 
- Blähungen
- Chronischer Blinddarmentzündung
- Entzündlichen Darmerkrankungen
- Krämpfen der Muskulatur
- Schmerzhafter Regelblutung
- Verstopfung
- Verzögerter Regelblutung

HEISSES SITZBAD

Wird angewendet bei:
 
- Blähungen
- Chronischer Blinddarmentzündung
- Entzündlichen Darmerkrankungen
- Krämpfen der Muskulatur
- Schmerzhafter Regelblutung
- Verstopfung
- Verzögerter Regelblutung

KALTES SITZBAD

Wird angewendet bei:
 
- Arterienverkalkung
- Chronischen Infektionskrankheiten
- Erkältungskrankheiten
- Herzschwäche
- Krampfkrankheiten
- Nervenentzündungen
- Schwerem Asthma
- Thromboseneigung

WARMES SITZBAD

Wird angewendet bei:
 
- Blähungen
- Chronischer Blinddarmentzündung
- Entzündlichen Darmerkrankungen
- Krämpfen der Muskulatur
- Schmerzhafter Regelblutung
- Verstopfung
- Verzögerter Regelblutung

WECHSELNDES SITZBAD

Wird angewendet bei:
 
- Chronischer Blinddarmentzündung
- Entzündlichen Darmerkrankungen
- Krämpfen der Muskulatur
- Schmerzhafter Regelblutung
- Stoffwechselstörungen
- Verstopfung
- Verzögerter Regelblutung

ABSTEIGENDES FUSSBAD

Wird angewendet bei:
 
- Blasenentzündung
- Blutdrang zum Kopf
- Chronischer Erkrankung der Nieren
- Durchblutungsstörungen
- Erkältungskrankheiten
- Erregungszuständen
- Fußleiden
- Kopfschmerzen
- Mittelohrentzündung
- Ohrensausen
- Schwindelgefühl

ANSTEIGENDES FUSSBAD

Wird angewendet bei:
 
- Blasenentzündung
- Blutdrang zum Kopf
- Chronischer Erkrankung der Nieren
- Durchblutungsstörungen
- Erkältungskrankheiten
- Erregungszuständen
- Fußleiden
- Migräne
- Mittelohrentzündung
- Ohrensausen
- Schwindelgefühl

HEISSES FUSSBAD

Wird angewendet bei:
 
- Akuten Erkrankungen der Nieren
- Bettnässen
- Blasenentzündung
- Blutdrang zum Kopf
- Chronischer Erkrankung der Nieren
- Durchblutungsstörungen
- Erkältungskrankheiten
- Erregungszuständen
- Fettsucht
- Fußleiden
- Kopfschmerzen
- Mittelohrentzündung
- Ohrensausen
- Stauungszuständen
- Schwindelgefühl

KALTES FUSSBAD

Wird angewendet bei:
 
- Chronisch kalten Füßen
- Erregungszuständen
- Föhnbeschwerden
- Fußschweiß
- Fußverbildung
- Gicht
- Hühneraugen
- Kopfschmerzen
- Muskelschwäche
- Nervöser Erschöpfung
- Schlaflosigkeit

WARMES FUSSBAD

Wird angewendet bei:
 
- Akuten Erkrankungen der Nieren
- Bettnässen
- Blasenentzündung
- Blutdrang zum Kopf
- Chronischer Erkrankung der Nieren
- Durchblutungsstörungen
- Erkältungskrankheiten
- Erregungszuständen
- Fettsucht
- Fußleiden
- Kopfschmerzen
- Mittelohrentzündung
- Ohrensausen
- Stauungszuständen
- Schwindelgefühl

WECHSELNDES FUSSBAD

Wird angewendet bei:
 
- Blasenentzündung
- Blutdrang zum Kopf
- Chronischen Erkrankungen der Nieren
- Durchblutungsstörungen
- Erkältungskrankheiten
- Erregungszuständen
- Fußleiden
- Mittelohrenentzündung
- Ohrensausen
- Schwindelgefühl

ANSTEIGENDES ARMBAD

Wird angewendet bei:
 
- Bronchialasthma
- Gelenkentzündungen
- Herzkrämpfe
- Herzschwäche mit Pulsverlangsamung

HEISSES ARMBAD

Wird angewendet bei:
 
- Bronchialasthma
- Gelenkentzündungen
- Herzkrämpfe
- Herzschwäche mit Pulsverlangsamung
- Stoffwechselstörungen

KALTES ARMBAD

Wird angewendet bei:
 
- Erregungszuständen
- Herzschwäche
- Kreislaufschwäche
- Nasenbluten
- Nervöser Erschöpfung
- Schlaflosigkeit
- Starker Regelblutung
- Stoffwechselstörungen

WARMES ARMBAD

Wird angewendet bei:
 
- Bronchialasthma
- Gelenkentzündungen
- Herzkrämpfe
- Herzschwäche mit Pulsverlangsamung

WECHSELNDES ARMBAD

Wird angewendet bei:
 
- Bronchialasthma
- Herzkrämpfe
- Herzschwäche mit Pulsverlangsamung

GÜSSE
  

Für Güsse kann man eine Gießkanne ohne Brausekopf oder einen Schlauch, der an den Wasserhahn angeschlossen ist verwenden.Man sollte sich entweder in die Badewanne oder Dusche stellen um das abfließende Wasser aufzufangen.Der Wasserstrahl sollte in einem Winkel von ca. 40°Grad und einer Entfernung von 15cm bis 20cm zur Senkrechten auf die Haut fallen.Bei Wasser aus der Wasserleitung, darf der Wasserdruck nur so stark sein das bei senkrecht gehaltener Schlauchmündung das ausströmende Wasser höchstens 10cm steigt.Güsse werden in der Regel mit kaltem Wasser wo die Wassertemperatur 10° bis 15°Grad beträgt, seltener wechsel- warm (warm-kalt oder warm-kalt-warm-kalt) nur ganz selten warm durchgeführt.Der Körper muss warm sein der Raum völlig zugfrei und die Raumtemperatur sollte nicht unter 20°Grad betragen.Ein Guss dauert zwischen 45 Sekunden und 3 Minuten; sollte man sich währenddessen nicht wohl fühlen, muss sofort abgebrochen werden.

WICHTIG: Kaltwassergüsse nicht bei völlig leerem Magen oder vollem Magen nach den Mahlzeiten oder starker Herzschwäche anwenden.


VORSICHT: Auch bei Neigung zu Thrombosen, bei schweren Asthma und bei chronischen Infektionskrankheiten.



- GÜSSE - ANWENDUNGSGEBIETE -

ARMGUSS

Wird angewendet bei:
 
- Erschöpfungszuständen
- Krampfadern
- Leichtem Bluthochdruck
- Leichten Erkrankungen der oberen Luftwege
- Leichten Herzstörungen
- Schilddrüsenüberfunktion
- Schwächezuständen
- Stoffwechselstörungen
- Venenstörungen

KNIEGUSS

Wird angewendet bei:
 
- Akuten Erkrankungen der Atmungsorgane
- Chronischen Erkrankungen der Atmungsorgane
- Erkältungen
- Entzündlichen Erkrankungen von Harn-/Geschlechtsorganen
- Entzündlichen Erkrankungen von Magen, Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse
- Rheumatischen Störungen

KOPFGUSS

Wird angewendet bei:
 
- Entzündlichen Erkrankungen im Kopfbereich
- Föhnbeschwerden
- Nervöser Erschöpfung

OBERKÖRPERGUSS

Wird angewendet bei:
 
- Fettsucht
- Föhnbeschwerden
- Hämorrhoiden
- Krampfadern
- Leichtem Asthma
- Leichtem Bluthochdruck
- Leichten Herzstörungen
- Schilddrüsenüberfunktion
- Stoffwechselstörungen
- Venenstörungen in den Beinen

RÜCKENGUSS

Wird angewendet bei:
 
- Erschöpfungszuständen
- Fettsucht
- Föhnbeschwerden
- Leichtem Bluthochdruck
- Leichten Herzstörungen
- Schilddrüsenüberfunktion
- Schwächezuständen
- Stoffwechselstörungen

SCHENKELGUSS

Wird angewendet bei:
 
- Akuten Erkrankungen der Atmungsorgane
- Chronischen Erkrankungen der Atmungsorgane
- Erkältungen
- Entzündlichen Erkrankungen von Harn-/Geschlechtsorganen
- Entzündlichen Erkrankungen von Magen, Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse
- Rheumatischen Störungen

UNTERKÖRPERGUSS

Wird angewendet bei:
 
- Akuten Erkrankungen der Atmungsorgane
- Chronischen Erkrankungen der Atmungsorgane
- Erkältungen
- Entzündlichen Erkrankungen von Harn-/Geschlechtsorganen
- Entzündlichen Erkrankungen von Magen, Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse
- Rheumatischen Störungen

VOLLGUSS

Wird angewendet bei:
 
- Erschöpfungszuständen
- Leichtem Bluthochdruck
- Leichteren Herzstörungen
- Schilddrüsenüberfunktion
- Stoffwechselerkrankungen

WICKEL

Als Wickel bezeichnet man die Umhüllung von Körperteilen mit Tüchern die durch Kälte- und Wärmereize, zirkulär auf die Hautoberfläche einwirken, eventuell verstärkt durch Kräuter und sonstige Zusätze.
Um Wickel anzuwenden muss der Raum warm sein und die Person die den Wickel erhalten soll ebenfalls. Empfehlenswert direkt nach Bettruhe.
Man kann auch durch ein warmes Bad, einer Massage oder einer Wärmeflasche den Wärmeeffekt erzeugen.
Vor dem Wickel kann man warme Getränke (z.B. Lindenblütentee) zu sich nehmen alkoholische Getränke sind streng verboten.
Darm und Blase sind zu entleeren.
Da größere Wickel den Kreislauf stark belasten sollten Personen mit schwachem Kreislauf nur nach Verordnung und Rücksprache mit dem Arzt ihres Vertrauen angelegt werden.

ALLGEMEINE TECHNIK DES WICKELS

Die Decken zum einhüllen werden auf dem Bett oder der Liege ausgebreitet.
Darauf kommt ein Leinentuch als Zwischenlage.
Das Wickeltuch wird in Wasser eingetaucht, bis es völlig vollgesogen ist (kalte Wickel = Wassertemperatur 10° bis15°Grad) (warme Wickel = Wassertemperatur 32° bis37°Grad) , danach wird es sorgfältig ausgewrungen.
Bei heißen Wickeln: sollte vor dem Auflegen die Temperatur des Tuches auf dem Handrücken geprüft werden (heißes Wickeltuch in trockenes Flanelltuch einschlagen).
Das Wickeltuch wird auf das Zwischentuch gelegt und die entkleidete Person legt sich darauf.
Der Wickel muss flott gelegt werden und glatt auf der Haut anliegen, unter dem Wickeltuch dürfen keine Luftblasen zurückbleiben.
Ist der Wickel gelegt wird die Person ebenso flott und fest mit dem Zwischentuch und den einhüllenden Decken gut zugedeckt.
Der Wickel bleibt, bis er trocken ist angelegt dies kann 30 bis120 Minuten dauern.
Sollte die Person mit dem Wickel einschlafen, kann man sie bis zu zwei Stunden schlafen lassen.
Wenn der Person jedoch kalt wird, muss der Wickel schon vorher abgenommen werden.
Der Wickel muss ebenso flott abgenommen werden wie er auch angelegt wurde.
Danach wird der Körper der Person kalt oder lauwarm abgewaschen.
Je nach Verträglichkeit der Anwendung und dem Wunsch der Person kann der Wickel mehrmals wiederholt werden.
Sollte nach Abnahme des Wickels die Person noch längere Zeit stark schwitzen etwa bei Fieber, kann man diesem durch eine kurze kalte Waschung entgegen wirken.   

TECHNIK FÜR ANSTEIGENDE WICKEL

Zuerst wird ein warmer Wickel (32° bis 37°Grad) angelegt.
Wenn die Person stark schwitzt, wird alles für einen zweiten heißen Wickel (36° bis 45°Grad) vorbereitet.
Der erste Wickel wird flott abgenommen, der zweite angelegt.
Dabei wird zwischen die schweißnasse Haut der Person und dem zweiten Wickel ein weiteres Leinentuch als Zwischenlage gelegt.
Der zweite Wickel bleibt, bis er völlig trocken ist angelegt.
Danach wird der Körper der Person kalt oder lauwarm abgewaschen.
Je nach Verträglichkeit der Anwendung und dem Wunsch der Person kann der Wickel mehrmals wiederholt werden.

- WICKEL - ANWENDUNGSGEBIETE -

ARMWICKEL

Wird angewendet bei:
 
- Herzkrämpfen
- Rheuma
- Schulterschmerz
- Sehnenentzündung

BEINWICKEL

Wird angewendet bei:
 
- Beinschmerzen
- Ekzemen
- Gelenkrheumatismus
- Ischias
- Knieschmerzen
- Kopfschmerzen
- Schlaflosigkeit
- Venenentzündung

BRUSTWICKEL

Wird angewendet bei:
 
- Brochitis
- Fieberhaften Erkältungskrankheiten
- Husten

FUSSWICKEL

Wird angewendet bei:
 
- Angina
- Ekzemen
- Gelenkrheumatismus
- Ischias
- Kopfschmerzen
- Krämpfen der Muskulatur
- Schlaflosigkeit
- Venenentzündung

GANZWICKEL

Wird angewendet bei:
 
- Fettleibigkeit
- Föhnbeschwerden
- Kopfschmerzen
- Stoffwechselstörungen

HALSWICKEL

Wird angewendet bei:
 
- Entzündungen im Halsbereich
- Schilddrüsenstörungen

HANDWICKEL

Wird angewendet bei:
 
- Rheuma
- Sehnenscheidentzündung

KOPFWICKEL

Wird angewendet bei:
 
- Handweh
- Kopfschmerz
- Migräne

KREUZWICKEL

Wird angewendet bei:
 
- Bandscheibenvorfall
- Rückenschmerzen
- Schulterschmerz

KURZWICKEL

Wird angewendet bei:
 
- Kreislaufstörungen
- Stoffwechselstörungen

LENDENWICKEL

Wird angewendet bei:
 
- Blasenleiden
- Fettsucht
- Gallenkoliken
- Unterleibserkältungen
- Verstopfung

WADENWICKEL

Wird angewendet bei:
 
- Angina
- Ekzemen
- Gelenkrheumatismus
- Ischias
- Kopfschmerzen
- Schlaflosigkeit
- Venenentzündungen

WASCHUNGEN

Üblich werden Waschungen mit kaltem Wasser (15° bis 20°Grad) durchgeführt, jedoch können sie auch im Wechsel (warm beginnend, kalt endend) durchgeführt werden.
Für die Waschungen kann man einen rauen Schwamm, ein grobes Handtuch oder ein Rohleinenwaschlappen (40cm x 40cm oder 50cm x 50cm), welche nach dem Anfeuchten gut Ausgedrückt werden und mit kräftigen, flotten Strichen über den Körper ausgeführt werden.


WICHTIG: Der Körper soll gut warm sein, bei kälteempfindlichen Personen sind lauwarme oder warme Waschungen ratsam.


Besonders schweißtreibend und durchblutungsfördernd sind kalte Wiederholungswaschungen im Bett, die in Zeitabständen von 15 bis 20 Minuten 3 bis 4-mal wiederholt werden.
Zum Waschwasser können Zusätze wie Arnikatinktur (1 Teelöffel auf 500ml Wasser) oder Weinessig (150ml bis 200ml auf 1 Liter Wasser) zugegeben werden.

OBERKÖRPERWASCHUNG

Sie härtet gegen Erkältungen ab und ist außerdem zweckmäßig bei:
 
- Erkrankungen der Atmungsorgane
- Föhnbeschwerden
- Lähmungen der unteren und oberen Gliedmaße
- Nervösen Erschöpfungszuständen
- Schilddrüsenüberfunktion

ANWENDUNG:

Schwamm oder Tuch anfeuchten, gut ausdrücken, vom Handrücken der rechten Hand über die Außenseite des rechten Armes bis zur Schulter und über die Innenseite des rechten Armes bis zur Innenfläche der rechten Hand fahren, Schwamm oder Tuch umdrehen und nochmals von der Handinnenseite über die Arminnenseite bis zur Achselhöhle fahren.
Schwamm oder Tuch anfeuchten, gut ausdrücken und vom Hals über die Brust bis hin zum Bauch mit 5 bis 6 großen Zügen hinunter fahren.
Schwamm oder Tuch anfeuchten, gut ausdrücken und am gesamten Oberkörper überall kurz nach massieren.
Danach nicht abtrocknen, sondern sich sofort ankleiden oder sich ins Bett legen.

UNTERKÖRPERWASCHUNG

Sie sind zweckmäßig bei:
 
- Entzündliche Erkrankungen im Bauchraum
- Entzündliche Erkrankungen im Beckenraum
- Herzschwäche
- Krampfadern
- Lähmungen der unteren Gliedmaße
- Unterschenkelgeschwüren
- Venenentzündungen
- Venenstauung

ANWENDUNG:

- Schwamm oder Tuch anfeuchten, gut ausdrücken, vom rechten Fuß über die Außenseite bis zur Hüfte des rechten Beines fahren, Schwamm oder Tuch umdrehen und auf der Innenseite des rechten Beines zurück bis zum Fuß fahren.
- Schwamm oder Tuch anfeuchten, gut ausdrücken, von der rechten Fußsohle über die rechte Beininnenseite bis zum Gesäß fahren.
- Schwamm oder Tuch anfeuchten, gut ausdrücken, vom linken Fuß über die Außenseite bis zur Hüfte des linken Beines fahren, Schwamm oder Tuch umdrehen und auf der Innenseite des linken Beines zurück bis zum Fuß fahren.
- Schwamm oder Tuch anfeuchten, gut ausdrücken, von der linken Fußsohle über die linke Beininnenseite bis zum Gesäß fahren.
- Schwamm oder Tuch anfeuchten, gut ausdrücken, Bauchöberfläche mit kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn waschen.
- Schwamm oder Tuch anfeuchten, gut ausdrücken, rechte Hüfte von oben nach unten unten mit kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn waschen.
- Schwamm oder Tuch anfeuchten, gut ausdrücken, linke Hüfte von oben nach unten unten mit kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn waschen.
- Schwamm oder Tuch anfeuchten, gut ausdrücken, rechte Gesäßhälfte von unten nach oben mit kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn waschen.
- Schwamm oder Tuch anfeuchten, gut ausdrücken, linke Gesäßhälfte von unten nach oben mit kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn waschen.
- Nicht abtrocknen, entweder sich sofort ins Bett legen oder ankleiden und die Kreislaufanregen durch gezielte Bewegung weiter fördern.

DÄMPFE

Vor der Anwendung sollten Blase und Darm entleert sein.
Der Raum sollte angenehm warm sein.
Nach der Anwendung ist Bettruhe ratsam.
Dämpfe sind stark wirksam und daher für Personen mit Herz- und Kreislaufstörungen nicht geeignet.

VOLLDAMPF

Dafür brauchen wir:
 
- 2 große Töpfe  oder Waschschüsseln
- 2 große Leinentücher
- 2 Wolldecken
- 1 Stuhl mit durchlöchertem Sitz
- 1 Lattenrost

ANWENDUNG:

Man füllt die beiden Töpfe oder Waschschüsseln mit siedendem Wasser, stellt eine/n unter den Stuhl und den/die zweite/n mit aufgelegtem Lattenrost davor.
Auf den Stuhl setzt sich die entkleidete Person, diese wird mitsamt den Töpfen oder Schüsseln mit den Tüchern und Decken eingewickelt (mit Ausnahme des Kopfes) sodass keine Außenluft Zugang hat.
Dauer 15 bis 25 Minuten.

KOCHDAMPF

Dafür brauchen wir:
 
- 1 mittelhohen Topf mit Deckel
- 1 Stuhl
- 1 Hocker
- 1 großes Leinentuch
- 1 Wolldecke

ANWENDUNG:

Der Topf wird mit siedend heißem Wasser gefüllt, verschlossen und auf den Hocker gestellt.
Die Person setzt sich mit entkleidetem Oberkörper auf den Stuhl, stützt die Hände neben dem Topf auf dem Hocker ab und beugt sich über den Topf.
Über die Person werden Leinentuch und Wolldecke gelegt, sodass keine Außenluft Zugang hat.
Nun kann die Person den Deckel langsam zurückschieben und atmet tief und ruhig durch Nase und Mund den Dampf ein.
Dauer 10 bis 20 Minuten.


TIPP: Das siedende Wasser kann zum Beispiel durch Eukalyptus-, Heublumen-, Fenchel-, Kamillen- oder Pfefferminzaufguss ersetzt werden.





GESICHTSDAMPF

Dafür brauchen wir:
 
- 1 mittelhohen Topf mit Deckel
- 1 Stuhl
- 1 Hocker
- 1 großes Leinentuch
- 1 Wolldecke

ANWENDUNG:

Der Topf wird mit siedend heißem Wasser gefüllt, verschlossen und auf den Hocker gestellt.
Die Person setzt sich auf den Stuhl, stützt die Hände neben dem Topf auf dem Hocker ab und beugt sich über den Topf.
Hierbei wird der Kopf vom Haaransatz an durch das Leinentuch geschützt und die Wolldecke über die Person gelegt, sodass keine Außenluft Zugang hat und nur das Gesicht angedampft wird.


TIPP: Das siedende Wasser kann zum Beispiel durch Eukalyptus-, Heublumen-, Fenchel-, Kamillen- oder Pfefferminzaufguss ersetzt werden.

UNTERLEIBSDAMPF

Dafür brauchen wir:
 
- 1 mittelhohen Topf
- 1 Stuhl mit durchlöchertem Sitz
- 2 große Leinentücher
- 2 Wolldecken

ANWENDUNG:

Die Person setzt sich mit entkleidetem Unterkörper auf den Stuhl, darunter stellt man den Topf mit siedendem Kräutersud und umhüllt den Topf und die Person bis zur Gürtellinie mit den Leinentüchern und Wolldecken, sodass keine Außenluft Zugang hat.
Dauer 15 bis 25 Minuten.

FUSSDAMPF

Dafür brauchen wir:
 
- 1 mittelhohen Topf  oder Waschschüssel
- 1 großes Leinentuch
- 1 Wolldecke
- 1 Stuhl
- 1 Lattenrost

ANWENDUNG:

Über den Stuhl breitet man zuerst die Wolldecke und dann das Leinentuch aus.
Darauf setzt sich die Person mit unbekleideten Füßen und Beinen.
Vor die Person stellt man auf dem Boden den zur Hälfte mit heißem Wasser gefüllte/m Schüssel/Topf und legt das Lattenrost darüber.
Die Person stellt die Füße darauf und schlägt Leinentuch und Wolldecke über das Gefäß und Beine.
Dauer 10 bis 25 Minuten.


TIPP: Das heiße Wasser kann auch durch ein Heublumenbad ersetzt werden.